Nach dem Protestcamp: Wie es weiter geht

Nach dem Protestcamp: Wie es weiter geht

(Wir sind nach wie vor weiter für alle anderen Betroffenen in Bamberg, Roßdach und Forchheim aktiv - und freuen uns über Hilfe!)

Jetzt gilt es dran zu bleiben und zu zeigen, dass dies ein Anfang ist, aber noch nicht genug.

Denn weiterhin braucht es oft viel zu lange, bis Flüchtlinge eine Antwort auf ihren Asylantrag erhalten. Alle in Roßdach untergebrachten Asylbewerber warten mittlerweile ein Jahr und länger auf eine Antwort des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (bamf). Sollte der Asylantrag abgelehnt werden und eine Duldung erteilt, führt dies dazu, dass Menschen 10 Jahre und länger in Deutschland leben ohne zu wissen, wie lange sie hier bleiben dürfen. Sobald das bamf beschließt Abschiebestopps für bestimmte Länder aufzuheben, müssen sie Deutschland wieder verlassen.

Während der Asylantrag bearbeitet wird, leben die Asylbeantragenden unter schwierigsten Bedingungen. In Bayern gelten Residenzpflicht und strikte Lagerpflicht. Außerdem erhalten die Flüchtlinge Essenspakete und sind somit in ihrer Wahlfreiheit stark eingeschränkt. Dies sind nur einige Beispiele für die Härte und Unmenschlichkeit des Flüchtlingsalltags in Deutschland. Deshalb wird der Protest fortgesetzt werden.

Wie geht es genau weiter?

Die Protestform des Camps stellte sich als besonders medienwirksam heraus. In den folgenden Wochen und Monaten wollen Hadi Ghaeni, Ashkan Delanvar und Siamak Wasoughi Parsa weiter protestieren. Vorerst soll jedoch der Fokus darauf gelegt werden, die Menschen, die in Bamberg unterwegs sind zu informieren, aufzuklären und zu sensibilisieren. Informationsstände, Kundgebungen, Filmabende und weitere Demonstrationen sollen stattfinden um weiterhin Gehör für folgende Forderungen zu finden: 

  1. Beschleunigung des Asylverfahrens und mehr Transparenz im Asylprozess

  2. Aufhebung der Residenzpflicht und dadurch Bewegungsfreiheit für Asylbewerberinnen und Asylbewerber

  3. Eine generelle Arbeitserlaubnis für Asylbewerberinnen und Asylbewerber

  4. Zugang zu Deutschkursen und zu Bildungseinrichtungen (Ausbildung/Studium)

  5. Deutliche Verbesserung der Lebensbedingungen in den Lagern bzw. die Abschaffung der Lager und Integration von Flüchtlingen in normales städtisches Wohnen/in normale Wohnumgebungen (siehe Leipzig)

  6. Geldleistungen statt Sachleistungen und damit die Möglichkeit Lebensmittel und Bekleidung selbst auszuwählen (Beispiel Supermarkt für Asylbewerber in Erding)

Zusätzliche Informationen